Amerikanische Wissenschaftler am Robotics and Mechanisms Laboratory der Virginia Polytechnic Institute and State University (Virginia Tech) haben ein Auto für Blinde entwickelt. Das auf einem so genannten „Dirt Buggy“ basierende Fahrzeug statteten die Wissenschaftler zusätzlich mit intelligenter Technik aus, die ursprünglich für ein vollkommen selbständig fahrendes Auto entwickelt worden war.
Der Abstand des Fahrzeugs zu Hindernissen wird über Sensoren gemessen. Zur Navigation unerlässliche Informationen erhält der Blinde Fahrer über akustische und Taktile Rückmeldungen. Der Fahrer kann jederzeit eingreifen und wird durch die Technik (Assistenz-Systeme) nur unterstützt. Beispielsweise wird er über die taktile Landkarte jederzeit über die Position des Fahrzeugs auf der Straße sowie die sich um ihn herum befindlichen Hindernisse auf dem Laufenden gehalten.
Die Initiative zu dieser Entwicklung stammt von dem US-amerikanische Blindenverband „National Fedeeration of the Blind (NFB). Um die Entwicklung eines für Blinde nutzbaren Autos voranzutreiben, hatte die Organisation 2004 die so genannte „Blind Driver Challenge” ins leben gerufen. Die Virginia Tech University soll nach eigenen Angaben die einzige Forschungseinrichtung sein, die sich dieser Herausforderung gestellt und einen entsprechenden Prototyp entwickelt habe.
Wes Majerus, Technikexperte des in Boltimore ansässigen und zur NFB gehörenden Jernigann Institute durfte das Auto als Erster testen und zeigte sich von dem ersten Prototyp begeistert. Die an Bord befindliche Technik liefere ihm präzisere Informationen als ein menschlicher Beifahrer. Die Umsetzung eines Kommandos wie „links abbiegen“ die, gleich mehrere Interpretationen wie „ein wenig“ oder „scharf links abbiegen“ zulasse, könnten durch die präziseren Anweisungen der Bordtechnik auch präziser umgesetzt werden.
Bleibt abzuwarten, ob der Prototyp irgendwann die Serienreife erlangt und das Lenken eines Autos durch den Straßenverkehr auch für blinde Menschen irgendwann zum Alltag gehören wird.

