So schnell kann sich alles ändern. Wendelin Wiedeking, Vorstandsvorsitzender des Porsche-Konzerns, bittet nun um Unterstützung vom Staat. Nach einer steilen Karriere seit Anfang der 90er Jahre, während dessen Wiedeking oftmals sehr umstrittene und waghalsige Entscheidungen getroffen hat, die jedoch letztlich immer noch ein gutes Ende fanden und eine Pleite der Porsche AG verhinderten, steht er jetzt mit dem Rücken zur Wand. Nach Auskunft der Zeitschrift DER SPIEGEL verschlingen bei der Porsche-Schlussbilanz alleine die Zinsen der geschätzten 9 Milliarden Euro Verbindlichkeiten fast den gesamten Jahresgewinn. Wie konnte es dazu kommen?

Wendelin Wiedekings Traum war die Übernahme von Volkswagen. Der 51 %ige Aktienanteil von Porsche an VW zog einen gewaltigen Schuldenberg mit sich, da das Geld für die Aktien größtenteils fremdfinanziert wurde. Wiedeking kündigte daraufhin an, die 3/4-Mehrheit der VW-Aktien anzustreben, jedoch verweigerten ihm die Investoren die entsprechenden finanziellen Mittel, wodurch nunmehr die Gläubiger das Vertrauen verloren und finanzielle Mittel für Porsche vorläufig auf Eis gelegt haben.

Wiedeking sah keinen anderen Ausweg, als in der vergangenen Woche bei einem Gespräch mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Oettinger um staatliche Hilfe bei der Suche nach Investoren zu bitten. Der Staat soll dabei als Bürge fungieren, wodurch sich Wiedeking finanzielle Mittel aus dem arabischen Raum erhofft.

Weitere Einzelheiten des Gesprächs wurden nicht bekannt gegeben.

Eines ist jedenfalls sicher: Die Übernahme des VW-Konzerns durch den Porsche-Konzern scheint erst einmal in weite Ferne gerückt zu sein und selbst wenn Wiedeking auch diese Situation am Ende meistern sollte, so werden die Negativ-Schlagzeilen trotz allem für erheblichen Umsatzeinbruch sorgen. Die Familie Porsche hat bereits angekündigt, dass die Frage, wann Wiedeking aus dem Vorstand entlassen wird, keine Frage von Jahren, sondern nur noch von Monaten sei.

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